Freiwillige Feuerwehr Bad Muskau - Köbeln

gegründet am 25. Mai 1925

Wie alles begann
Am 25. Mai 1925 trafen sich im Gasthaus "Zur Linde" in Köbeln, 32 Männer des Dorfes, um über einen besseren Schutz und die Hilfe bei Bränden und Naturkatastrophen zu beraten. Das war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr in Köbeln. Aus dieser Zeit sind uns durch mündliche Überlieferung u. a. noch folgende Namen bekannt: Heinrich Hebick, Paul Mrosk, Wilhelm Hebig, Gustav Gloyna, Max Jurtz, Fritz Rosenhagen, Otto Richter, Otto Jainz, Wilhelm Schneider, Max Wolschk. Kamerad Heinrich Hebick wurde mit der Aufgabe betraut, als Wehrleiter, diese Wehr zu formieren.
Die Kameraden zogen in das 1890 erbaute Domizil, welches als Nachtwächterhaus diente, ein. 1927 wurde dieses Gebäude in eigener Regie mit einem Schlauchturm erweitert, wie ihn die meisten noch kennen. Aus alten Aufzeichnungen wissen wir, dass der Personalbestand 1937 27 aktive und 25 passive Mitglieder auswies. D.h. fast jede Familie des Ortes war mit der Feuerwehr verbunden.
Der 2. Weltkrieg forderte auch seinen Tribut von der Feuerwehr. So schrumpfte die Anzahl der aktiv tätigen Kameraden von 27 Mitgliedern im Jahre 1941 auf 9 Mitglieder im Jahre 1942. 17 Kameraden wurden zur Wehrmacht eingezogen. Sie mussten den Feuerwehrhelm mit dem Stahlhelm tauschen. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei der Anzahl der passiven Mitglieder. Aus diesem Grunde mussten immer wieder Bürger zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet werden. Leider kehrten nicht alle Kameraden aus dem Krieg zurück.

Im Jahre 1946 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Köbeln aus dem alten Stamm neu aufgebaut. Die Wehr wurde zu diesem Zeitpunkt wieder durch den Kameraden Fritz Rosenhagen geführt, er war auch vor dem Krieg schon als Wehrleiter tätig. Ende 1946 konnte bereits wieder eine Stärke von 27 Kameraden in der aktiven und 15 Kameraden in der passiven Abteilung ausgewiesen werden. 1948 wurde das alte Gerätehaus einer Generalreparatur unterzogen. Der Nachtwächterraum wurde entfernt. Da in den folgenden Jahren, bedingt durch die Arbeit als Bauzug, die Technik immer stärker aufgerüstet wurde, mussten die örtlichen Gegebenheiten ständig angepasst werden.

Die technische Ausrüstung und Ausbildung
Das Beherrschen der Technik war auch zur damaligen Zeit wichtigste Aufgabe der Ausbildung.
1925 begann die Wehr ihre Arbeit mit einer Handdruckspritze aus dem Jahr 1913, sowie einer fahrbaren Schlauchhaspel.
1936 wurde eine Motorspritze mit Anhänger gemeinsam mit der Kömag genutzt. Diese Technik war auch hier im Gerätehaus stationiert.
Anfang der 50er Jahre wurde neben der persönlichen Ausrüstung auch ein TS-Hänger angeschafft. Dieser Hänger wurde im Ort in der Regel mit Muskelkraft bewegt. Für überörtliche Einsätze musste ein Kraftfahrzeug geordert werden.



Zwischenzeitlich hatte die alte Handdruckspritze ausgedient. Leider wurde sie später verschrottet (rechtes Bild).Der Gebäudekomplex wurde 1960 durch zwei Fertigteilgaragen ergänzt (Bild oben). Zwischen diesen Garagen entstand der erste Schulungsraum unserer Wehr. Da dieser jedoch nicht beheizt war, mussten in den Wintermonaten, Räume in der Ofm, bzw. in der Gaststätte, zu Schulungszwecken genutzt werden (Bild unten links).


Die ständige Erhöhung der Einsatzbereitschaft der Wehr in den 60er/70er Jahren überforderten die örtlichen Gegebenheiten. Keine optimalen Bedingungen für Ausbildung und Schulung, keine Waschgelegenheiten nach Einsätzen und Hilfeleistungen, schlechte Wartung der Technik und des Materials insbesondere in den Wintermonaten, Stationierung eines ersten Zugfahrzeuges - all diese Probleme führten dazu, dass im August 1976 der Beschluß gefasst wurde, ein neues Feuerwehrgerätehaus zu errichten (Bild oben rechts). Das Projekt wurde nach eigenen Vorstellungen erstellt. Im Mai 1977 erfolgte der erste Spatenstich. Der Bau wurde von den Kameraden in freiwilliger Feierabendtätigkeit durchgeführt. Bereits am 6. Oktober 1978 konnte das Gerätehaus zur Nutzung übergeben werden (Bild unten links).


Im gleichen Jahr wurde auch die Technik durch ein Löschfahrzeug LF-TS8 - STA erweitert (Bild oben rechts). Am 12.09.1991 erfolgte ein Tausch gegen die LF16-TS8 der Kommandostelle Stadt. Dieses Fahrzeug versah seinen Dienst bis April 2004. Im August 2002 wurde die TS8 der LF16 durch eine neue Tragkraftspritze der Fa. Ziegler ersetzt.
Am 08. April 2004 wurde den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Köbeln das erste neue Löschfahrzeug für Köbeln, ein TSF-W/Z der Fa. Ziegler, durch den Bürgermeister Herrn Bänder, zur Nutzung übergeben. Die Ortsfeuerwehr Bad Muskau - Köbeln ist somit in feuerwehrtechnischer Hinsicht auf modernstem Stand.

Großeinsätze in den zurückliegenden Jahren
1952 - Brand des Kesselhausdaches in der Kömag
1964 - Einsatz als Bauzug beim Waldbrand in Weisswasser
1974 - Beseitigung schwerer Sturmschäden in Köbeln
1981 - Einsatz beim Hochwasser an der Neiße
1988/1992/1993 - Einsatz bei großen Waldbränden im Kreis
1991 - Brand Lindenhof Bad Muskau
2010 Aug. und Sep. - Einsatz beim Hochwasser an der Neiße
2013 - Einsatz beim Hochwasser an der Neiße

Die Kameraden
In der Freiwilligen Feuerwehr Bad Muskau - Köbeln taten auch schon in früheren Jahren Frauen ihren Dienst. Sie waren schwerpunktmäßig im Vorbeugenden Brandschutz eingesetzt.
Auch eine AG "Junge Brandschutzhelfer" lernte hier das Einmaleins der Feuerwehr. Wegen fehlender Kinder wurde die Arbeit der Jugendfeuerwehr zum Jahresende 2001 eingestellt.
Die Kameraden waren aber nicht nur in Sachen Brandschutz unterwegs. Vielfältig waren die Aktivitäten im Ort. Erinnern wir uns an den Bau des Schwimmbades, der Kegelbahn und des Ferienlagers der Ofm. Viel Zeit und Arrangement wurden bei der Gestaltung des Ortes eingesetzt.